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ROAS (Return on Ad Spend): Bedeutung, Formel und Berechnung

ROAS steht für Return on Ad Spend und zeigt, wie viel Umsatz jeder Euro Werbebudget zurückbringt. Hier lesen Sie, wie Sie den ROAS berechnen, ab welchem Wert sich eine Kampagne wirklich trägt und warum ein hoher ROAS allein noch keinen Gewinn garantiert.

Von Ciyan Gültoplayan, Inhaber von Werbeexperte in Oberhausen

Was ist ROAS?

Der ROAS (Return on Ad Spend) ist das Verhältnis von Umsatz aus Werbeanzeigen zu den dafür ausgegebenen Werbekosten: Umsatz ÷ Werbekosten. Ein ROAS von 4 heißt, dass jeder Euro Anzeigenbudget 4 € Umsatz bringt. Ob das profitabel ist, entscheidet Ihre Marge – die Gewinnschwelle liegt bei 1 ÷ Marge.

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2026

ROAS Bedeutung: was die Kennzahl misst – und was nicht

Der Return on Ad Spend beantwortet eine einzige, sehr konkrete Frage: Wie viel Umsatz wird einer Kampagne zugeschrieben, gemessen an dem Geld, das Sie an die Werbeplattform gezahlt haben? Die Kennzahl ist damit ein reines Effizienzmaß für Mediabudget. Sie sagt Ihnen, ob Google Ads, Meta, LinkedIn oder Microsoft Advertising aus Ihrem Budget mehr Umsatz machen als eine andere Kampagne – aber nicht, ob Sie dabei Geld verdienen.

In Werbekonten und Analysewerkzeugen taucht der Wert unter unterschiedlichen Namen auf, oder Sie bilden ihn selbst aus Umsatz und Kosten. Gemeint ist immer dasselbe Verhältnis, nur die Datenbasis unterscheidet sich.

  • Im ROAS enthalten: der Umsatz, den die Plattform Ihren Anzeigen zuordnet, und die reinen Klick- bzw. Impressionskosten.
  • Nicht enthalten: Wareneinsatz, Versand, Retouren, Zahlungsgebühren, Agenturhonorar, Produktion von Bildern und Videos, Software.
  • Nicht enthalten: Umsatz, der später über andere Kanäle entsteht, obwohl die Anzeige den Anstoß gegeben hat – je nach Attributionsmodell fehlt er oder wird doppelt gezählt.

ROAS berechnen: Formel und Schreibweisen

ROAS = Umsatz aus Werbung ÷ Werbekosten

Beide Werte beziehen sich auf denselben Zeitraum und dieselbe Kampagne. Rechnen Sie Umsatz und Kosten einheitlich netto, sonst verfälscht die Umsatzsteuer das Ergebnis.

Sie begegnen dem ROAS in zwei Schreibweisen: als Faktor (4 oder 4:1) und als Prozentwert (400 %). Beides meint dasselbe. Wichtig ist nur, dass Sie im Team nicht beides durcheinanderwerfen.

Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen

Onlineshop mit einer Shopping-Kampagne

  • Werbekosten im Monat: 2.500 €
  • zugeordneter Umsatz: 11.250 €
  • ROAS = 11.250 € ÷ 2.500 € = 4,5

Jeder Werbe-Euro bringt 4,50 € Umsatz – als Prozentwert 450 %. Ob der Shop damit Gewinn macht, zeigt erst der Break-even-ROAS weiter unten.

Ohne Shop fehlt der Umsatz im Werbekonto. Dann hilft ein Conversion-Wert pro Anfrage: durchschnittlicher Auftragswert mal Abschlussquote. So bekommen auch Dienstleister, Handwerksbetriebe und B2B-Anbieter einen belastbaren ROAS, und die Gebotsstrategie lernt, wertvolle Anfragen höher zu gewichten als bloße Klicks.

Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen

Handwerksbetrieb ohne Onlineshop

  • Ø Auftragswert: 6.000 €, jede fünfte Anfrage wird Auftrag
  • Wert pro Anfrage = 6.000 € × 0,2 = 1.200 €
  • 30 Anfragen aus 3.000 € Budget = 36.000 € Anfragewert
  • ROAS = 36.000 € ÷ 3.000 € = 12

Der Wert beruht auf Erwartungen, nicht auf Rechnungen. Gleichen Sie ihn deshalb regelmäßig mit den tatsächlich gewonnenen Aufträgen ab, am besten über ein CRM.

Break-even-ROAS: ab wann sich Werbung wirklich rechnet

Werbung lohnt sich erst, wenn der Deckungsbeitrag aus dem beworbenen Umsatz die Werbekosten übersteigt. Der Deckungsbeitrag ist, was vom Umsatz nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt – also Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren und durchschnittliche Retouren. Daraus ergibt sich der ROAS, bei dem Sie genau bei null landen.

Break-even-ROAS = 1 ÷ Deckungsbeitragsquote

Die Deckungsbeitragsquote setzt Sie als Dezimalzahl ein: 25 % Marge entsprechen 0,25.

Break-even-ROAS je nach Marge (gerundet)
DeckungsbeitragsquoteBreak-even-ROASAls Prozentwert
20 %5,0500 %
25 %4,0400 %
30 %3,33333 %
40 %2,5250 %
50 %2,0200 %
70 %1,43143 %

Rechenbeispiel mit fiktiven Zahlen

Guter ROAS, trotzdem Verlust

  • Werbekosten: 1.000 €, ROAS 3 → Umsatz 3.000 €
  • Deckungsbeitragsquote 30 % → Deckungsbeitrag 900 €
  • 900 € − 1.000 € Werbekosten = −100 €

Ein ROAS von 3 klingt ordentlich, liegt bei 30 % Marge aber unter der Schwelle von 3,33. Jede weitere Skalierung vergrößert hier den Verlust.

Liegt Ihr Wert knapp unter der Schwelle, muss das kein Fehler sein. Kaufen Neukunden regelmäßig wieder, darf der erste Auftrag weniger einbringen – vorausgesetzt, Sie kennen den Customer Lifetime Value und rechnen bewusst damit, statt es zu hoffen.

Was ist ein guter ROAS?

Einen allgemeingültigen guten ROAS gibt es nicht. Pauschale Branchenwerte, die im Netz kursieren, helfen Ihnen wenig, weil sie weder Ihre Marge noch Ihre Wiederkaufrate kennen. Ein Möbelhändler mit 15 % Marge braucht einen völlig anderen Wert als ein Softwareanbieter mit 80 %.

  • Marge und variable Kosten bestimmen die Untergrenze (Break-even).
  • Wiederkäufe und Vertragslaufzeiten verschieben, wie viel der Erstkauf einbringen muss.
  • Die Rolle der Kampagne zählt: Markenkampagnen und Retargeting erreichen Menschen, die ohnehin kurz vor dem Kauf stehen, und zeigen deshalb häufig höhere Werte als Kampagnen für neue Zielgruppen.
  • Wachstum oder Gewinn: Wer Marktanteile gewinnen will, akzeptiert bewusst einen niedrigeren Wert als jemand, der sein Budget rein auf Profit fährt.

Ein guter ROAS ist also Ihr eigener Zielwert: Break-even plus der Gewinn, den Sie pro Werbe-Euro erwarten – festgelegt, bevor die Kampagne startet, nicht im Nachhinein schöngeredet.

ROAS, ROI, CPA und POAS im Vergleich

Verwandte Kennzahlen und welche Frage sie beantworten
KennzahlFormelBeantwortet
ROASUmsatz ÷ WerbekostenWie effizient arbeitet das Mediabudget?
POASRohertrag ÷ WerbekostenWie viel Rohertrag bringt ein Werbe-Euro?
ROI(Gewinn − Investition) ÷ InvestitionHat sich die gesamte Maßnahme gelohnt?
CPA / CACKosten ÷ Conversions bzw. NeukundenWas kostet eine Anfrage oder ein Kunde?
MERGesamtumsatz ÷ gesamte MarketingkostenWie wirkt das Marketing als Ganzes?

Der ROI ist die strengere Rechnung, weil er alle Kosten einbezieht. Der POAS (Profit on Ad Spend) setzt statt Umsatz den Rohertrag ein und macht Produkte mit hoher und niedriger Marge vergleichbar. Für Anfragen und Neukunden ist dagegen die Customer Acquisition Cost die ehrlichere Größe, weil sie nicht von geschätzten Umsätzen abhängt.

Warum der gemessene ROAS oft danebenliegt

Der ROAS im Werbekonto ist eine Zuschreibung, keine Kassenbuchung. Jede Plattform rechnet mit eigenen Regeln – und alle haben ein Interesse daran, möglichst viel Umsatz für sich zu beanspruchen.

  • Doppelzählung: Mehrere Plattformen können sich denselben Kauf jeweils vollständig zuschreiben. Addieren Sie die Werte mehrerer Konten, entsteht Umsatz, den es nie gab.
  • View-Through-Conversions: Wer eine Anzeige nur gesehen und später gekauft hat, landet je nach Einstellung ebenfalls im ROAS.
  • Fehlende Einwilligungen und Adblocker: Käufe ohne Cookie-Zustimmung fehlen ganz oder werden nur modelliert, der ROAS wirkt dann zu niedrig. Hier hilft Server-Side Tracking mit sauberem Consent.
  • Retouren und Stornos: Werbekonten übernehmen den Bestellwert beim Kauf und korrigieren ihn später nur, wenn Sie das aktiv zurückspielen.
  • Markensuche: Wer nach Ihrem Firmennamen sucht, hätte Sie oft auch ohne Anzeige gefunden. Brand-Kampagnen schönen deshalb den Gesamtwert.

Welches Modell die Zuordnung steuert, erklärt der Eintrag zu Attributionsmodellen. Wie Sie den Plattformwert für Meta mit einer zweiten Quelle gegenprüfen, zeigt unser Ratgeber Meta Ads ROAS ehrlich prüfen.

ROAS steigern: die wirksamsten Hebel

  1. Messung zuerst: echte Conversion-Werte übergeben, Retouren abziehen, Anfragen mit Wert versehen. Solange die Zahlen falsch sind, optimiert jede Gebotsstrategie in die falsche Richtung.
  2. Streuverluste abschneiden: Suchbegriffe mit Kosten ohne Umsatz ausschließen, Zielgruppen ohne Kaufabsicht aussteuern, Regionen und Uhrzeiten mit schwachen Werten prüfen.
  3. Angebot nach Marge sortieren: Produkte mit hoher Marge in eigene Kampagnen legen und mit eigenem Zielwert steuern, statt alles in einen Topf zu werfen.
  4. Landingpage verbessern: Jeder Prozentpunkt mehr Conversion Rate hebt den ROAS, ohne dass der Klick teurer wird.
  5. Anzeigen testen: Überschriften, Bilder und Angebote systematisch gegeneinander laufen lassen – per A/B-Testing statt nach Geschmack.
  6. Zielwert erst mit Datenbasis: Automatische Gebotsstrategien brauchen ausreichend Conversions mit Wert. Ein fester Zielwert lohnt sich erst, wenn diese Basis vorliegt, und lässt sich dann schrittweise anziehen.

Typische Fehler im Umgang mit dem ROAS

  • Umsatz mit Gewinn verwechseln: Ein Wert über 1 bedeutet nur, dass mehr Umsatz als Werbekosten da ist – nicht, dass etwas übrig bleibt.
  • Zielwert zu hoch ansetzen: Ein sehr ambitionierter Zielwert kann dazu führen, dass kaum noch Reichweite eingekauft wird. Reichweite und Gesamtgewinn schrumpfen dann, obwohl der Wert steigt.
  • Kampagnen isoliert bewerten: Eine Kampagne für neue Zielgruppen mit niedrigem ROAS füttert oft die Retargeting-Kampagne mit hohem ROAS. Schalten Sie die erste ab, bricht später auch die zweite ein.
  • Tagesschwankungen überbewerten: Bei kleinen Budgets verändert ein einziger Auftrag den Wert massiv. Beurteilen Sie mindestens mehrere Wochen am Stück.
  • Brutto und netto mischen: Umsatz inklusive Umsatzsteuer gegen Nettokosten zu rechnen, bläht den ROAS künstlich auf.

ROAS mit Agentur verbessern: wann sich Unterstützung lohnt

Vieles davon können Sie selbst umsetzen, wenn Ihr Tracking sauber läuft und Sie jede Woche Zeit für das Werbekonto haben. Eine Agentur lohnt sich vor allem dann, wenn das Budget spürbar ist, mehrere Kanäle zusammenspielen, die Messung Lücken hat oder im Alltag schlicht niemand die Kampagnen konsequent pflegt.

Woran Sie eine seriöse ROAS-Agentur erkennen: Sie fragt zuerst nach Ihrer Marge und Ihrem Break-even, prüft danach die Datenbasis und verspricht keinen festen ROAS-Wert, bevor sie Ihr Konto gesehen hat. Diese Fragen sollten Sie im Erstgespräch stellen:

  • Wie berechnen Sie meinen Break-even-ROAS, und welche Kosten fließen ein?
  • Welche Datenquelle gilt – das Werbekonto, GA4 oder mein Shop- bzw. CRM-System?
  • Wie werden Retouren, Stornos und Doppelzählungen zwischen Plattformen behandelt?
  • Gehören Werbekonto und Daten mir, auch wenn wir die Zusammenarbeit beenden?

Als Google Ads Agentur und Meta Ads Agentur setzen wir genau hier an: erst Messung und Marge klären, dann Budget verschieben. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Case Study TRODATEC – dort wurden unter anderem die Conversion-Zählung korrigiert und die Gebotsstrategie von Klicks auf Conversions umgestellt.

Passende Leistungen

  • Google Ads Agentur

    Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen, gesteuert nach Marge und Break-even-ROAS statt nach Klickzahlen.

  • Meta Ads Agentur

    Facebook- und Instagram-Werbung mit Conversions API und ehrlicher Erfolgsmessung.

  • ROI-Rechner für Online-Marketing

    Rechnen Sie kostenlos durch, was Ihre Maßnahmen unterm Strich einbringen könnten.

Häufige Fragen zum ROAS

Wie berechne ich den ROAS?

Teilen Sie den Umsatz, der einer Kampagne zugeordnet ist, durch die Werbekosten derselben Kampagne im selben Zeitraum. 8.000 € Umsatz aus 2.000 € Budget ergeben einen ROAS von 4 beziehungsweise 400 %.

Was bedeutet ein ROAS von 1?

Ein ROAS von 1 heißt, dass die Anzeigen genau so viel Umsatz bringen, wie sie kosten. Da Wareneinsatz und weitere Kosten noch nicht abgezogen sind, machen Sie bei diesem Wert praktisch immer Verlust.

Wird der ROAS in Prozent oder als Faktor angegeben?

Beides ist üblich und gleichbedeutend: Ein Faktor von 3,5 entspricht 350 %. Einigen Sie sich intern auf eine Schreibweise.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ROI?

Der ROAS vergleicht Umsatz mit reinen Werbekosten. Der ROI vergleicht den Gewinn mit der gesamten Investition, also inklusive Wareneinsatz, Personal, Agentur und Produktion. Eine Kampagne kann einen hohen ROAS und trotzdem einen negativen ROI haben.

Welcher ROAS ist bei Google Ads gut?

Das hängt von Ihrer Marge ab, nicht von der Plattform. Berechnen Sie zuerst den Break-even-ROAS mit 1 ÷ Deckungsbeitragsquote. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter muss über Wiederkäufe oder strategische Gründe gerechtfertigt sein.

Kann ich den ROAS auch ohne Onlineshop messen?

Ja, über einen Wert pro Anfrage: Auftragswert mal Abschlussquote. Noch genauer wird es, wenn Sie gewonnene Aufträge aus dem CRM als Offline-Conversions an Google oder Meta zurückspielen.

Lohnt sich eine ROAS-Agentur für kleine Budgets?

Bei sehr kleinen Budgets frisst das Honorar oft den Effekt. Sinnvoll ist dann eher ein einmaliger Check von Tracking und Kontostruktur, den Sie danach selbst weiterführen. Mit wachsendem Budget steigt der Hebel laufender Betreuung.